Info

Flensburg Stories (un)told

Es tanzen und performen:

Mihael Belilov
Olivia Shoesmith
Mathea Feldskou Tychsen
Jonathan Guevara
Antje Schröder
Aurelie Zippel
Achim Urbaniak
Mara Legler
Savannah Robold
Victoria Schmidt
Julie Wegmann
Béla Dunn
Lisa Dorothea Nöhmer
Amandine Cossa

DanceART – Konzept, Raumgestaltung, Inszenierung und Choreografie: Stela Korljan
FotoART – Fotografie und FotoGestaltung: Tilman Köneke
MusikART: Gabriel Koeppen
LichtART: Dana Lass
Assistenz: Mircea Suciu-Korljan
Presse

09. & 10. November | Flensburg Stories (un)told

NoBordersCompany bringt unterschiedliche Akteure aus der Kulturszene – professionelle Künstler*innen aus der Region / Musiker Gabriel Koeppen, sowie Hamburg / Tänzerin Olivia Shoesmith und Berlin / Tänzer Mihael Belilov – mit Menschen unserer Stadt und Umgebung als auch Hamburg in Dialog und setzt dadurch diversitätssensible Impulse.

Wir bieten den (noch) nicht erzählten Geschichten eine Plattform. Unsere Episoden erzählen von: Liebe und Hass, Übermut und Gelassenheit, Einsamkeit und Heiterkeit, Mut und Wut, Frieden und Krieg (…) in einem Spannungsfeld der Realität des Möglichen und Unmöglichen.

Wie ein Kammerspiel konzipiert, erzählt Flensburg Stories untold nicht eine einzige und zusammenhängende Geschichte, sondern eine ganze Reihe von Episoden, die mythisch, absurd, skurril oder poetisch als auch gesellschaftskritisch sind.

Menschen zu bewegen und in Bewegung zu bringen ist und bleibt eins der wichtigsten Ziele der NoBordersCompany. Wir öffnen einen Raum für die Vermittlung von TanzTheater für alle Menschen: Menschen jeden Alters, jeden Könnens, jeder sexuellen Orientierung, jeder Gesellschaftsschicht.

Anschließend an unsere Performances bieten wir Kulturgespräche zwischen den Akteuren und dem Publikum, sowie einen Raum der Stille und des Rückzugs.

Es performen: Olivia Shoesmith / Hamburg
Mihael Belilov / Berlin
Ensemble: Menschen der Stadt Flensburg, Hamburg und Dänemark
MusikArt: Gabriel Koeppen
FotoArt: Tilman Köneke
DanceArt und Inszenierung: Stela Korljan

Wann: 9.11. um 19 Uhr / 10.11. um 17 Uhr
Wo: Werkstatt der Europa-Uni Flensburg; Schloss Str. 28, 24939 Flensburg

Leserbrief zu Danceart Performance an der Uni, erschienen im Tageblatt vom 8.11.24, Seite 19

Eine erstaunliche Harmonie

Was für ein Seelengewitter waren diese zwei Aufführungen! Selten – vielleicht auch noch nie – war ich dermaßen ergriffen von einem Produkt der darstellenden Kunst.

Es waren nicht nur die sorgfältig ausgewählten Episoden, die in diesem Stück zu einem Gesamtwerk verschmolzen. Es gelang ein ungeheuerlicher Griff in die Tiefe menschlichen Fragens, Suchens und Empfindens: nach dem eigenen Ich und nach seinem Gegenüber, dem Du – wie diese beiden zueinander finden können, mit der Sehnsucht verbunden doch wieder Eins zu werden.

Was für eine grandiose Leistung Bewegungskunst und Musik in eine dermaßen gelungene Dichte zueinander zu fügen – als wüssten die Töne, wohin eine Bewegung wollte. Hier war das zu studieren, was den Eigenbewegungssinn des Menschen beschreibt. Geschöpft wird er aus einer nichtkörperlichen, man sagt auch geistigen Ebene. Es ist das Sensorium dafür, wo der Körper hin will, wohin er sich ziehen lässt. In dieser Welt bewegen sich die Tänzer*innen und offenbaren sich so dem sensiblen Musiker. Hier entstand eine erstaunliche Harmonie, die tatsächlich Übersinnliches erlebbar machte – ein kleiner Schritt aus der so beengenden materiellen Realität in ein doch-noch-so-viel-mehr-wollendes, eigentlich geistiges Sein. Das ist  kein Beweis, aber schöpfen lässt sich daraus die Gewissheit, dass unsere Welt eine zunächst geistige Substanz ist.

Die jeweiligen Bildprojektionen durch die Tänzer*innen hindurch auf eine Hintergrundleinwand besorgten blitzarNg erscheinende Bilder auf den Sich-Bewegenden, lenkten ab und verstärkten zugleich die Dramatik des ablaufenden Geschehens – eigentlich von der Regie nicht zu planen: plötzlich da und schon wieder weg. Ein Kunstgriff in die Welt des Unvorhersehbaren: großartig!

Am Ende steht ein Trost – keine Verheißung. Das sei Gewinn genug, mag sich der Betrachter im Feld von gefühlter Ausweglosigkeit eingestehen.

Hans-Peter Fokuhl

Alle Fotos © Tilman Köneke / www.tilmankoeneke.de